SCHÄFEREI ULENHOF

[Diepholzer Moorschnucke]

WIR KENNEN DEN SCHÄFER

Wir kennen unsere zuliefernden Landwirte – in diesem Fall die Schäferei – persönlich und wissen, wie es dort und auf den zugehörigen Hüteflächen aussieht. Nur so können wir sicher sein, dass wir einen qualitativ hochwertigen Rohstoff erhalten, den wir guten Gewissens als Fleisch anbieten oder zu Wurstspezialitäten verarbeiten können. Unser Qualitätsanspruch gilt schließlich nicht nur für unsere eigene Arbeit, sondern auch für unsere Zulieferer! Wie die Diepholzer Moorschnucken vom Ulenhof leben und von seinen menschlichen sowie tierischen Schäfern betreut werden, wollen wir euch nicht vorenthalten.

DER ULENHOF

Der Ulenhof umfasst zwei Hofstellen in der Diepholzer Moorniederung, genauer im Naturschutzgebiet Rehdener Geestmoor zwischen Diepholz und Wagenfeld. Er ist eine traditionelle Schäferei, wie sie heute nur noch selten zu finden ist. Auf 1500 ha Hochmoor-Gebiet wird neben einer Herde Bentheimer Landschafe (Ulenhof Rehden) auch eine Herde Diepholzer Moorschnucken (weiße hornlose Heidschnucke) gehalten (Ulenhof Hemsloh). Bei beiden Herden – zusammen etwa 1000 Tiere – handelt es sich um Zuchtherden mit Einträgen im Herdbuch, für deren Zuchterfolge der Ulenhof bekannt ist. Er ist aber nicht nur Stammzuchtbetrieb für diese zwei vom Aussterben bedrohten Schafrassen, sondern auch Arbeitgeber sowie anerkannter Ausbildungsbetrieb für den Beruf Tierwirt in der Fachrichtung Schäferei.

SCHAFZUCHT & NATURSCHUTZ IM EINKLANG

Eigentümer der beiden Schäfereien in Rehden und Hemsloh ist die 1983 gegründete, gemeinnützige Dr.-Jürgen-Ulderup-Stiftung. Mit dem Projekt Ulenhof vereint sie Schafzucht und Naturschutz. Zusammen mit seinen Mitarbeitern, den beiden Schafherden sowie Hüte- und Hirtenhunden stellt er sich den Aufgaben der Arterhaltung und der Erhaltung des einzigartigen Naturraumes im Geestmoor. Erhalt und Pflege gehen mit der täglichen Beweidung durch die Schafe einher, denn diese sind bestens für diese Aufgabe geeignet. Als Landschaftspfleger mit dem richtigen Biss halten sie die Landschaft offen und die Vegetation kurz.

Jedes Jahr aufs Neue werden durch den BUND individuelle Beweidungspläne für die Naturschutzflächen erarbeitet, die den Tieren vom Ulenhof zur Verfügung stehen. Auf Pflanzenschutz- und Düngemittel wird konsequent verzichtet. Der Tierbestand bleibt aus Naturschutzgründen konstant und darf nicht erhöht werden – alles bleibt im Einklang mit der Natur.

TRADITIONELLE HÜTEHALTUNG

Der Ulenhof setzt auf Hütehaltung, die in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung verloren hat. Hier geht es noch ganz traditionell zu, denn die Tiere werden ganzjährig von Schäfern und Hunden gehütet. Jeden Tag werden sie durch das Moorgebiet geführt, wo sie selektiv fressen und bei Wind und Wetter Tag und Nacht im Blick behalten werden – tagsüber vom Schäfer, nachts von den Hirtenhunden.

Doch damit ist die Arbeit der Schäfer nicht getan, denn die Schnucken wollen gemolken und geschoren werden, benötigen ab und an Krankenpfleger und im Frühjahr in der Hautlammzeit tatkräftige Geburts- und Aufzuchthelfer. Auch das Dokumentieren des Bestandes und seiner Entwicklung gehört zu den typischen Aufgaben der Schäfer. Mähen, Heuen, Naturschutz- und Handwerksarbeiten kommen hinzu.

Der Beruf ist ein Knochenjob, der jährlich mindestens 3000 Arbeitsstunden einnimmt, doch die Schäfer können sich keinen anderen Beruf vorstellen! 

AUF DEN HUND GEKOMMEN

Auch der Schutz der Herden vor dem Wolf stellt für die Schäfer vom Ulenhof eine tägliche Herausforderung dar. Hirtenhunde bzw. Herdenschutzhunde sind unbedingt von Nöten. Aus diesem Grund betreibt die Schäferei eine eigene Kangalzucht und ist Ausbildungszentrum für Hirtenhunde. Die Kangals (anatolische Hirtenhunde) bewachen und verteidigen nachts die Herden, werden aber ebenso zur Bewachung der beiden Höfe eingesetzt. Altdeutsche Hütehunde arbeiten tagsüber Hand in Hand mit den Schäfern, von denen jeder seine eigenen Hunde führt. Sie halten die Schafherden in Schacht, weisen ihnen die Grenzen und hüten mit einer ordentlichen Portion Respekt. Die Hunde passen vor allem auf, dass die Moorschnucken ihrem Job als gezielte Landschaftspfleger nachkommen und nicht auf angrenzenden Flächen fressen oder ausbüchsen.

DAS LEBEN ALS MOORSCHNUCKE

Die Schnucken fressen bestes Futter aus der Natur, haben viel Bewegung und wenig Stress. Gräser, Kräuter und Wildpflanzen stehen auf ihrem Speiseplan: Sauerampfer, Seggen, Pfeifengras, Moos, Flechten, krautige Pflanzen und Beeren. Eine Zufütterung mit hofeigenen Futtermitteln findet ausschließlich bei tragenden Mutterschafen oder nach Zwillingsgeburten statt, ansonsten bedienen sich die Moorschnucken am natürlich vorhandenen Nahrungsangebot.

Auch die Zucht orientiert sich an der Natur. Der Brunstzeitpunkt der Moorschnucken ist so gelegen, dass die Hauptlammzeit in das Frühjahr fällt, wenn die Witterungs- und Futterbedingungen ideal sind. Jedes Jahr werden rund 350 Lämmer geboren, die auf dem Ulenhof deutlich langsamer aufwachsen dürfen als Schafe aus konventioneller Haltung.

Nach spätestens 12 Monaten haben die jungen Moorschnucken ihr Schlachtgewicht von 13 bis 16 kg erreicht. Um die Transportwege kurz und stressfrei zu halten, werden die Tiere derzeit mit dem eigenen Anhänger zum etwa 90 km entfernten Schlachthof gefahren. Ein modernes Kennzeichnungssystem am Tier und im Schlachtbetrieb gewährleistet eine lückenlose Dokumentation der Herkunft des Fleisches. In Planung ist ein Schlachthaus in der Region, für das vorhandene Räume noch entsprechend ausgebaut werden müssen.

SPEZIALITÄT MIT BEKANNTER HERKUNFT

Die Diepholzer Moorschnucke zählt nicht nur wegen ihrer Aufgabe als Landschaftspfleger und wegen des bedrohten Artbestandes zu den besonderen Schafen – sie ist auch geschmacklich etwas Besonderes. Wer Lammfleisch mag, wird das Fleisch der Diepholzer Moorschnucke. lieben. Die Qualität ist dank der besonderen Ernährung und der traditionellen, extensiven Haltungsform sehr hoch. Gleichzeitig ist das Moorschnuckenfleisch vom Ulenhof auch eine Rarität. Da die Herde nicht durch einen Lämmerzukauf vergrößert werden darf und langsam heranwächst, ist das Fleisch nicht das ganze Jahr über erhältlich.

Es handelt sich beim Fleisch außerdem um eine regionale Lammfleischspezialität mit bekannter Herkunft und geschützter Ursprungsbezeichnung durch die Europäische Kommission. Diese Herkunftsgarantie verbietet, dass andere europäische Anbieter ihr Lammfleisch unter dem gleichen Namen vermarkten. Darüber hinaus garantiert das eingetragene Markenzeichen „Diepholzer Moorschnucke“, dass die Tiere im Naturraum Diepholzer Moorniederung geboren und aufgewachsen sind.


FLEISCH VON DER MOORSCHNUCKE

Haxe von der Diepholzer Moorschnucke
Die Haxe ist der untere Teil des Beins. Ein klassisches Schmorstück. Bei der Zubereitung wird das Fleisch, zart und saftig - hier gilt allerdings lansagames und behutsames garen ohne Eile. 

6,36 €*

Kotelett von der Diepholzer Moorschnucke
Das Fleisch der Moorschnucke wird erstaunlicherweise oft unterschätzt. Dabei ist es sehr lecker und natürlich. Als Landschaftspfleger ist es vor allem die vielfältige Ernährung die die genügsamen Tiere langsam wachsen und hocharomatisches Fleisch entwickeln lässt. Das Fleisch hat eine hervorragende Struktur und schöne dunkle Farbe. Es schmeckt ganz und gar nicht schafig, sondern hat eher einen würzigen Wildgeschmack. Mit Knoblauch, Zitrone und Olivenöl marinierten Kotelett vom Grill speist man wie in der griechischen Taverne. 

10,17 €*

Lachs von der Diepholzer Moorschnucke
Als "Lachs" bezeichnet man den ausgelöste Rückenmuskel. Ein magerer, feinfaseriger Zuschnitt zum Kurzbraten. Als mediterrane Grillspiesse oder am Stück mit einer Kräuterkruste gratiniert ein Hochgenuss.

23,38 €*